BEPFLANZUNG VON KULTPLÄTZEN
Mehrere Grundmuster
bei der Anlage von matriachalen Kultplätzen:
-die kreisrunde Anlage
-die erhöhte Lage
-der Bezug zum befruchtenden Wasser
-die Abgrenzung/Einhegung des Ortes gegenüber der Umgebung
-die kultische Bepflanzung bzw. Setzung von Stein/Holzsäulen
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Sicher ist, dass auf Kultplätzen bestimmte Bäume und Sträucher gepflanzt und geheiligt wurden, in erster Linie deren Fruchttragende. Es seien hier beispielgebend Birne (Elsbeere), Pflaume (Freeke, Plume), Schlehe (Brune und im Ursprung auch als Pflaume verstanden) und Apfel genannt. Das Tragen von für die Menschen verwertbaren Früchten war hierbei jedoch nur ein Aspekt; den Bäumen wurden bestimmte Qualitäten der Göttin zugeschrieben. Besonders deutlich wird dies am Beispiel der Pflaume, deren Frucht als Analogie zur äußeren Gestalt des weiblichen Genitals betrachtet wurde oder am Apfelbaum, der mit der Himmelsrichtung Westen, der matriachalen Paradiesvorstellung (Appeland) und dem Pentagramm verbunden wurde. Ein Anklang ist in der biblischen Schöpfungsgeschichte erhalten - nicht von ungefähr muß ausgerechnet der von einer Schlange gereichte Apfel von Eva dem Adam aufgenötigt werden.
Zur
Bepflanzung der Kultplätze: Es gibt Bäume, die eindeutig Aspekten der Göttin
zugeordnet werden, so die Birkenpflanzen Birke und (Hain)Buche. Beide verweisen
noch heute in ihren Namen auf ihre kultische Bedeutung, wurden aber allen
Anscheins nicht im Zentrum des Kultplatzes angepflanzt. Aus energetischer Sicht
sind beides Bäume, die einerseits das Strahlungsmillieu der Umgebung vom Platz
abschirmen und zugleich das Sexualchakra des Menschen stimulieren. Deshalb ist
besonders die Hainbuche überliefert als typische Schutzbepflanzung um den
Kultplatz herum ("Buche", da sie den Berg bzw. Hügel der Göttin umwächst). Als
Schutzumpflanzung sind weiter alle denkbaren Dornenhecken und Sträucher
einschließlich der Schlehe nachgewiesen.
Im Zentrum des Platzes standen v.a. die oben beschriebenen fruchttragenden Bäume
wie Birne, Apfel und Pflaume als Synonym der Nährerin und yonischen Göttin.
Und nun zu einem grundlegenden Missverständnis: Hasel- und Walnuss waren so
nicht von Relevanz für die Namensgebung. "Hasel"nuß war bis ins Mittelalter
hinein unbekannt und einfach nur "Nuss". Hasel geht auf eine alte Silbe zur
Bezeichnung allen Schwarz-Grau-Braunen hervor und half zur Unterscheidung von
der von Westen her sich ausbreitenden "welschen" und damit "Wal"nuß. Orts- und
Flurnamen mit Hasel o.ä. haben somit nichts mit einem Bewuchs zu tun, sondern
verweisen auf Ersatzbezeichnungen für zu Tabuworten erklärte direkte
Bezeichnungen der Göttin.
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